Spielplatz und Grünflächen werden vorbereitet
Stadt Selters greift Anregungen der Bürger auf
 Noch prägen Unkraut und offene Flächen das Gelände. Nach und nach soll hier einer Freianlage für Familien und alle Generationen entstehen.
Noch wuchert auf den Grünflächen des Selterser Neubaugebiets „Am Sonnenbach“ meterhohes Unkraut. Doch Anfang September sollen die Flächen planiert und Teile eingesät werden. Parallel dazu nimmt die Planung für den Spiel- und Freizeitbereich konkrete Formen an.
Bereits im Mai hatten Planer und interessierte Bürger Ideen für die Gestaltung der Grünanlagen gesammelt. Die Stadt Selters hatte dazu öffentlich eingeladen. Landschaftsarchitekt Jens Dott vom Planungsbüro Stadt-Land-plus griff die zahlreichen Anregungen auf und ließ sie in eine erste Entwurfsskizze einfließen.
Herzstück soll ein naturnaher Spielbereich werden, der Kinder zum Klettern, Balancieren und Entdecken einlädt. Vorgesehen sind eine Boulderanlage – möglicherweise sogar an einem Trachytfelsen aus dem Selterser Steinbruch –, Balancierpfade, ein bespielbares Piratenschiff oder Stelzenhäuser, Weidentipis und ein Matschbereich. Ein dicht bepflanzter Wall soll den Spielbereich zur Godderter Landstraße hin abschirmen. Gleichzeitig kann dort überschüssiger Erdaushub aus anderen noch zu bearbeitenden Grünflächen des Baugebiets sinnvoll eingebaut werden.
 Planungsgespräch mit Matthias Lahr vom Tiefbauunternehmen, Stadtbürgermeister Rolf Jung, Landschaftsarchitekt Jens Dott und Daniel Schneiders vom Planungsbüro Stadt-Land-Plus.
„Wir möchten bewusst auch Freiräume lassen“, erklärt Jens Dott. „Oft beobachten wir, dass Kinder lieber selbst Hütten bauen als auf vorgefertigten Geräten zu spielen“. Ergänzt werden soll das Gelände durch Outdoor-Fitnessgeräte und Sitzgelegenheiten. Seine Entwurfsplanung stellt der Landschaftsarchitekt am 5. Oktober in der öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses vor.
Für Stadtbürgermeister Rolf Jung ist wichtig, dass der neue Spielbereich eine eigene familiäre Handschrift erhält und sich vom bestehenden Naturspielplatz und vom John-Peter-Altgeld-Platz mit seinen Sportangeboten unterscheidet. Wünsche nach Tischtennisplatten oder einem Beachvolleyballfeld sieht Jung deshalb eher auf dem John-Peter-Altgeld-Platz verwirklicht.
Bei der Bepflanzung setzen die Planer auf Nachhaltigkeit. Gepflanzt werden ausschließlich heimische Gehölze, die den zunehmend trockenen Sommern besser standhalten, wie Feldahorn, Mehlbeere, Elsbeere und Speierling. Selbst für den Rasen ist eine für den Westerwald typische Saatgutmischung vorgesehen.
Sorgen bereitet den Planern dagegen der namensgebende Sonnenbach. Er wird durch den Überlauf eines Brunnens gespeist, dessen Wasserrechte bei einem oberhalb gelegenen Landwirt liegen. Wasser fließt deshalb nur, wenn der Brunnen tatsächlich überläuft – in den trockenen Sommern der vergangenen Jahre war das nicht mehr der Fall. Als das Neubaugebiet 2018 geplant wurde, war diese Entwicklung noch nicht absehbar.
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