Emotional, humorvoll und kurzweilig

Menschen stellen ihre Lieblingsbücher vor

Der Slogan "Selters liest vor" wurde zum Motto einer Veranstaltung, bei der acht Menschen Ihr Lieblingsbuch in der Stadtbücherei Selters vorstellten. Charmant moderiert von Eckhard Schneider lernten die Besucher ganz unterschiedliche Literatur kennen. Zum zweiten Mal traf man sich am Bundesvorlesetag bei einem Glas Wein in der voll besetzten Stadtbücherei.

Die atmosphärisch dichte Sprache und die düstere Stimmung in "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafon hob Gabriele Wolters in ihrer Vorstellung besonders hervor. Der spanische Abenteuerroman spielt in der Franco-Ära und wird auch nach Wolters Erfahrung sehr zwiespältig bewertet.

In die Zeit der Erzählprosa des deutschen Realismus entführte Brigitte Staadt die Besucher mit der Vorstellung von Theodor Storms "Immensee", eine Geschichte um entsagte Liebe in einem komplizierten Verhältnis der Geschlechter.

"Die drei zurzeit besten Kinderbücher" stellten Christa Marx und Rita Steindorf vor. Es ging um streitende Tiere, um "echte Kerle", die sich über Puppen kämmende Mädchen lustig machen und sich dann doch vor Geistern ängstigen und um die Mutprobe der Tiere, die vom Spatz gewonnen wird, weil er einfach nicht mitmacht.

Sehr emotional und eindrücklich stellte Bettina-Rückert Schneider das Buch "Die Wand" von Marlene Haushofer vor: Eine Frau ist plötzlich gefangen von einer unsichtbaren und undurchdinglichen Wand. Sie richtet ihr einsames Leben nach und in den ihr gegeben Räumen ein.

Mit Begeisterung las Ulrich Lantermann aus "Per Anhalter durch die Galaxis" vor. Der Humor dieser Mischung aus Komödie, Satire und Science Fiction mit Kultcharakter sprang bald auf das Publikum über.

Aus einem dicken Wälzer, der Autobiografie des Rolling-Stones-Gitarristen Keith Richards, las Jens Stoodt vor. Richards beschreibt unglaubliche Geschichten aus seinem bewegten Leben rund um Drogen und Musik.

Humorvoll geht die Geschichte von Grace mit ihrer Zwangsneurose, alles zählen zu müssen, um. Sie zählt die Mohnkrümel, die Borsten der Zahnbürste und kauft nur 10 Bananen ein, nie neun. Karl Wilbois las aus der ungewöhnlichen Liebesgeschichte: "Tausend kleine Schritte" von der Australierin Toni Jordan vor.

Warum Chinesen ein zweites mal geboren werden, wenn sie eine eigene Visitenkarte bekommen und was die Chinesen über Europäer denken, trug Hartmut König aus Karl Strittmaiers Buch "Gebrauchsanleitung für China", einer humorvollen und kenntnisreichen Beschreibung der fremden Kultur, vor.


 
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