Buchvorstellung: "Bier im Westerwald"
Moritz und Dr. Uli Jungbluth erforschten die heimische Brautradtion

- Moritz Jungbluth stellt engagiert die Ergebnisse zur Westerwälder "Bierforschung" vor.
Moritz Jungbluth, Volkskundler an der Uni Bonn, präsentierte im Stadthaus Selters vor rund 50 Besuchern die wesentlichen Inhalte des so eben erschienen Buches "Bier im Westerwald". Er und sein Vater Dr. Uli Jungbluth, als Pädagoge, Regionalforscher und Autor zahlreicher Bücher bekannt, beleuchten darin die Historie des Bierbrauens im Westerwald. Es geht um Stifts- und Klosterbräu, um Stadtbräu, Burgbräu und Dorfbräu. In 29 Ortschaften wurde seit dem 9. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Westerwaldkreises gebraut. Selters war, nach den Recherchen der Beiden, im Jahre 1747 ein Zentrum der Brauerei, gab es hier doch 6 von 13 Brauern in der Niedergrafschaft Wied. Freilich wurde auch die Geschichte der beiden bis heute im Westerwald existierenden Brauereien "Fohr" in Ransbach und "Hachenburger" aufgezeigt. Nicht nur die Vertreter der Brauerein lauschten gespannt dem abwechslungsreichen Vortrag.
Zottige Wesen vor 5000 Jahren tranken Bier
Zuvor trieb Dr. Uli Jungbluth den Bierfreunden ein wonniges Lächeln ins Gesicht als er von einem zottigen Wesen zwischen Mensch und Tier berichtete, dass schon 3000 v. Chr. Bier trank. In einer der ersten Erzählungen der Menschheit, dem Gilgamos-Epos, taucht diese Figur namens Enkidu auf.
Lebhafte Kultur im Stadthaus
Zum dritten Male luden die Geschichts- und Kulturwerkstatt Westerwald zusammen mit der Stadt Selters zu einer Veranstaltung in das neue Selterser Stadthaus ein, bevor dieses offiziell eröffnet ist. Stadtbürgermeister Rolf Jung nahm dies bei seiner Begrüßung als gutes Omen für das zukünftige lebhafte kulturelle Leben in den neuen Räumen. Zu den Ehrengästen gehörten, der altgediente Brauer Rudolf Röder (Hachenburger) und Rudi Schmengler (Fohr) sowie Alexander Markovic, der Layouter des Buches.

- Stimmungsvolle und authentisch vorgetragenen Lieder von Hans Tilly aus Selters bereichern den Abend.
Erstes Bierpapier Selters
Dass man mit Bier auch Papier machen kann bewies Jörg Simon, Inhaber der Druckerei Corzilius in Selters, die das Bierbuch gedruckt hat. Er gab zu dem aufgelösten Zellstoff "Fohr" und "Hachenburger" statt Wasser und schöpfte das erste und einzige Selterser Bierpapier.
Werner Schmidt aus Selters, Bierbrauer bei Fohr in Ransbach, erklärte Details der Bierherstellung und das emsige Wirken der in Selters seit 2009 stattfindenden Bierseminare. Das wohlschmeckende Produkt dieser Seminartätigkeit wurde zum Schluss der Veranstaltung vergnüglich verköstigt. Stimmungsvolle und authentisch vorgetragenen Lieder von Hans Tilly aus Selters bereicherten den Abend.
Das Buch "Bier im Westerwald. Vom Krautgebräu zum Hopfenbier, ISBN 978-3-940118-04-2, 349 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ist für 49,80 Euro im Buchhandel erhältlich.
Rund 50 Besucher interessierten sich in Selters für die Geschichte des heimischen Bierbrauens
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