Vorbereitungen für Jubiläum gehen historischen Fragen nach

Alten Stich von Selters gefunden


von links: Historiker Dr. Moritz Jungbluth, 1. Vorsitzende des Kirchenvorstandes Elke Pollatz, Stadtbürgermeister Rolf Jung, Pfarrer Christian Elias und Eckhard Schneider (nicht am Foto) planen die Feierlichkeiten.

Wie hat man wohl vor 175 Jahren Brot gebacken, Wurst gemacht, Bier gebraut und sich angezogen? Solchen Fragen geht ein Planungsteam für eine Jubiläumsfeier in Selters nach, denn die Evangelische Kirche mit ihren beiden kommunalen Nebengebäuden wird 175 Jahre alt. Bei den Recherchen wurde ein bis dahin weithin unbekannter Stich von Selters gefunden.

Am 10. Juni feiern Stadt und Evangelische Kirchengemeinde zusammen

Am 10. Juni soll das Jubiläum mit einem Gottesdienst, einem Umzug und einer Feier am Marktplatz unter dem Motto "175 Jahre unter einem Dach" begangen werden. Das besondere an dem Gebäude ist, dass man es damals gemeinsam als Kirche und als Schulhaus gebaut hatte. Ein solches Gebäude-Ensemble aus der Zeit des Klassizismus ist weiter nicht bekannt.

Für den Umzug gibt es ein historisches Vorbild. Die Chronik der Evangelischen Kirche beschreibt genau, wie dieser im Jahr 1842 zur Einweihung der Kirche vonstatten ging. "Wir können den Umzug nicht nachbilden, wollen uns aber in einigen Dingen symbolisch an die Zeit annähern", sagt der Historiker Moriz Jungbluth, der sich im Vorbereitungsteam engagiert. "In einem unterscheiden wir uns aber sehr deutlich von der 175 Jahre alten Vorlage", sagt der evangelische Pfarrer Christian Elias. "Damals ging man nach dem Umzug still auseinander, so beschriebt es die Chronik. Diesmal laden wir zur Feier am Marktplatz ein." Auch dabei will man in die Mitte des 19. Jahrhunderts abtauchen: Stadtbürgermeister Rolf Jung beauftragte Bäcker und Metzger, nach alten Rezepten zu suchen, und es wird ein historisches Bier geben. Auch Kleidung für ein paar historische Figuren werden gesucht, denn im Festzelt werden die Besucher auf eine kleine Zeitreise geschickt.

Dr. Moritz Jungbluth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landschaftsmuseums Westerwald. Er war es auch, der den alten Stich aufgetan hatte, von dem nur noch zwei zu bekommen waren: Einen für die Stadt und einen für die Ev. Kirchengemeinde. Das ziemlich kleine Bildchen zeigt eine Ansicht von Selters mit dem Turm der Evangelischen Kirche. Am Jubiläumsfest wird es eine Reproduktion des Stiches, der 1857 in einem Buch erschienen war, in limitierter Auflage geben.

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